Handhaltungspositionen im therapeutischen Qigong
Eine der im Qigong angewandten Behandlungsarten ist die Haltung der Hände vor bestimmten Körperbereichen. Dies hat den Zweck die Funktionen der Zellen in diesem Bereich zu stimulieren, sowie die Energie des Körpers auszugleichen.
Die angewandte Methode geht davon aus, dass in bestimmten Körperregionen ein Überschuss an Energie vorhanden ist (dies führt dazu, dass in dieser Region des Körpers ein größeres Feld entsteht), wogegen man in anderen Bereichen einen entsprechenden Mangel feststellen kann (ein Phänomen das mit einer Verringerung des Feldes einhergeht).
Um einen energetischen Ausgleich dieser Körperbereiche zu bewirken, wird eine Hand vor die Zone, in der ein Überschuss an Energie vorhanden ist, gehalten (entweder eine Blockade oder die Öffnungsfunktion der Zellen sind nicht ausreichend, dies führt dazu, dass die von der Zelle erzeugte Energie nicht freigegeben wird), wobei der Abstand Hand - Körperfläche etwa 10 - 20 cm beträgt.
Die andere Handfläche wird vor die Zone gehalten, an der es an Energie mangelt (dies kann in Folge einer schlechten Schließfunktion der Zellen geschehen. Da die Öffnungsfunktion verstärkt ist, entsteht ein dauernder Fluss an Energie aus der Zelle, was zu einem Energiemangel führt). Der Abstand Hand - Körper für diese Hand beträgt etwa 30 - 40 cm. Somit ist eine Hand näher, die andere weiter vom Körper entfernt.
Durch diese Art die Hände zu halten wird die blockierte Energie im Körper befreit (die eine Hand wird näher am Körper gehalten). Sie wird automatisch zu dem Bereich geleitet in dem es an Energie mangelt (die zweite Hand wird etwas weiter vom Körper gehalten).
Indem man eine Hand nahe an den Körper hält, wird einen gewisser Druck auf das Feld dieser Körperregion ausgeübt. Nach einer gewissen Zeit tendiert die Energie dazu, aus dieser Region in einen anderen Teil des Körpers zu wandern. Wie können wir diese Richtung beeinflussen?
Die Antwort ist ganz einfach: Indem wir die zweite Hand vor den Körperbereich halten, in den die Energie wandern soll. Die Hände müssen natürlich gehalten werden, die Handflächen entspannt, die Finger leicht gebeugt und nahe aneinander. Wenn sonst nichts angegeben ist, zeigt die Mitte der Handfläche zum Körper hin.
Wenn irgendwo im Körper ein Problem besteht, wird eine Hand in etwa 30 cm Abstand zu dieser Zone gehalten. Da die Hand bogenförmig gehalten wird und die Fingerspitzen sich fast berühren werden die Zellen der Hand stimuliert und beginnen Energie zu erzeugen. Diese Energie steigert das Energiefeld der Hand und fängt an auf das Energiefeld des Körpers, in deren Nähe sie sich befindet, zu wirken. Mit der Zeit werden die Öffnungs- und Schließfunktionen der Zellen stimuliert, dies führt zu einer regulierenden Wirkung.
Die Hand kann zum eigenen oder fremden Körper gerichtet werden. Es können etwa 80 Beschwerden mit Hilfe der Handhaltungsmethode behandelt werden. Diese sind anwendbar sowohl für die Eigen- wie auch für die Fremdbehandlung.
In beiden Situationen reicht es die Hände vor den Körper zu halten ohne sonst etwas zu tun. Aus diesem Grund ist die Therapie mittels Handhaltung sehr leicht und erfordert keine besondere Erfahrung seitens des Anwenders. Hat der Anwender eine höhere Stufe in der Qigong Praxis erreicht, sind die Ergebnisse selbstverständlich bedeutend besser.
Beschwerdearten, bei denen die Handhaltung zu therapeutischen Zwecken mit viel Erfolg eingesetzt werden können:
. Kopfbeschwerden: Durchblutungsstörungen der peripheren Blutgefäße des Kopfes, Kopfschmerzen, Depression, Aktivierung der Erkenntnisfähigkeit, hyperaktive Kinder, gewalttätige hyperaktive Kinder, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Thrombose an den Blutgefäßen des Gehirns, Verkalkung an den Blutgefäßen des Gehirns, Gehirntumore, Gehirnatrophie (Schwund), niedriger und hoher Blutdruck.
. Augenbeschwerden: Kurzsichtigkeit, grüner Star, grauer Star, Netzhautschwund, Entzündung der Tränendrüsen, Energiemangel auf der Augenebene, Schielen.
. Nasenbeschwerden: chronische Rhinitis, akuter Nasenkatarrh, Stirnhöhlenentzündung.
. Mundhöhlenbeschwerden: Mundgeschwüre, Zahnabdrücke an der Zunge, Zahnschmerzen infolge von "Wind" und "Feuer", Zahnfleischentzündungen, Zahnfleischschwund, Gesichtslähmungen
. Ohrenbeschwerden: Tinnitus, unklares Hören, Taubheit (von Medikamenten verursacht), Trommelfellentzündung.
. Halsbeschwerden: akute und chronische Rachenentzündung, Entzündung der Stimmbänder, Heiserkeit, Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, Schilddrüsen Überfunktion, Tumore der Schilddrüse.
. Lungenbeschwerden: Asthma, Luftröhrenentzündung, Tuberkulose, Keuchhusten.
. Beschwerden des Magens und der Bauchspeicheldrüse: Schwundgastritis, Depressionen verursacht von der Schwundgastritis, Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse, Diabetes.
. Beschwerden der Leber und der Gallenblase: Gelbsucht, Leberzirrhose, Leberblutschwamm, Gallenblasenentzündung und Gallensteine, Australischer Antigen (Antigen der virotischen B Hepatitis)
. Beschwerden der Nieren und der Blase: chronische und akute Nierenentzündung, Nierenschwund, Nierensteine, Harnvergiftung, Entzündung der Harnblase und der Harnleiter, Entzündung der Prostata, Harnblasenpolypen sowie Wucherungen der Harnblase.
. Unterbauchbeschwerden: Schmerzen im Bauchnabelbereich, Durchfall.
. Beschwerden der Geschlechtsorgane: Genitalenkrankungen, Veränderungen der weiblichen Brust.
. Beschwerden der Knochen und Gelenke: Rückenschmerzen, Osteopathie der Hals- Brust oder Lendenwirbel, Periarthritis des Schultergelenkes, Bandscheibenleiden oder Vorfall, Ischias, Osteopathie an den Knien, Knöchelschmerzen.
. Beschwerden des Blutgefäßsystems: Halbseitenlähmung (die eine Hälfte des Körpers ist warm die andere kalt), Entzündung der Aorta, Venenentzündung, Blutgefäßentzündung.
In der Regel hält man die Hände einmal oder auch zweimal täglich 3 - 5 Minuten bis zu dem Zeitpunkt an dem Erfolge eintreten. Diese Haltung soll nicht länger als 5 Minuten anhalten (es sei denn es ist anders vermerkt), da die Stimulierung der Zellen ziemlich stark ist.
Diese Handhaltungsarten werden alle zusammengefasst und vorgestellt im Buch von
Meister Cezar Culda:
"Die traditionelle chinesische Medizin und das therapeutische Qigong"
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